Case Study
Herausforderung
Ein sich selbst erzeugendes, geschlossenes System schaffen, das ohne externen Input nach der Initialisierung autonom funktioniert.
Ansatz
Projektor, Kamera und Klangerzeuger in einen kybernetischen Kreislauf gebracht — das projizierte Bild wird aufgenommen und steuert die Klangerzeugung, die wiederum das Bild beeinflusst.
Ergebnis
Eine autopoietische Rauminstallation, ausgestellt bei DARK 2021 in Arnsberg, die Konzepte von Maturana/Varela künstlerisch umsetzt.

Ein Projektor wirft Licht in den Raum. Eine Kamera nimmt das projizierte Bild auf. Ein Klangerzeuger reagiert auf das Gesehene — und das Ergebnis fließt zurück in die Projektion. 'Leibesinsel' ist ein kybernetisch geschlossenes System, das nach der Initialisierung keinen externen Input mehr benötigt. Es erzeugt sich selbst, immer wieder neu. Inspiriert von Maturana und Varelas Konzept der Autopoiesis entsteht eine Rauminstallation, die nicht abgespielt wird, sondern lebt — ein künstlerischer Organismus aus Licht, Bild und Klang.
Das künstlerische Konzept dreht sich um Selbsterzeugung: ein System, das seine eigenen Komponenten hervorbringt. Projektion wird zu Wahrnehmung, Wahrnehmung wird zu Klang, Klang verändert die Projektion. Kein Anfang, kein Ende — nur der fortwährende Prozess eines sich selbst erhaltenden Kreislaufs. Die 'Leibesinsel' als Metapher für den eigenen Körper: ein geschlossenes System, das dennoch mit seiner Umgebung in Beziehung steht.
Technisch realisiert durch drei Kernkomponenten: Ein Projektor als Lichtquelle und Bildausgabe, eine Kamera, die den projizierten Raum aufnimmt und das System füttert, sowie ein Klangerzeuger, der Audio aus den visuellen Eingangsdaten generiert. Nach der Initialisierung läuft das System autonom — jede Störung wird Teil des Prozesses.
Ausgestellt bei DARK 2021 in Arnsberg — einem Festival für Licht- und Medienkunst, das Arbeiten im öffentlichen Raum und in verdunkelten Innenräumen zeigt. Der ideale Kontext für eine Installation, die Dunkelheit braucht, um sichtbar zu werden.